Wie der KI-Wettlauf die Schuldenmärkte und Zinsen 2026 verändert
Wie der KI-Wettlauf die Schuldenmärkte und Zinsen 2026 verändert

Wie der KI-Wettlauf die Schuldenmärkte und Zinsen 2026 verändert

Ellie Montgomery · 20. Januar 2026 · 4m

Bildungsinhalt, keine Finanzberatung.

Investoren konzentrieren sich zunehmend darauf, wie der Wettlauf um KI-Infrastruktur in die Kreditmärkte hineinwirkt. Wenn Hyperscaler und Big Tech ihre Investitionen in Rechenzentren, Netzwerke und Energie hochfahren, stehen sie vor einem einfachen Trade-off: Liquidität verbrennen, Aktienrückkäufe drosseln — oder die Finanzierung über Unternehmensanleihen sichern.

2026 entscheiden sich viele für die dritte Option.

KI-Capex 2026: Warum die Ausgaben für Rechenzentren weiter steigen

KI-getriebene Rechenleistung verhält sich nicht wie klassische Softwareausgaben. Sie erfordert schwere Infrastruktur: Chips, Racks, Kühlung, Energie, Standorte und langfristige Kapazitätsverträge. Anders gesagt: Es ähnelt einem industriellen Ausbau und nicht einer „leichten" Tech-Investition.

Branchenprognosen zeichnen das zunehmend als Infrastrukturzyklus: Deloitte schätzt die Capex für Rechenzentren 2025 auf über 400 Mrd. USD, mit weiteren rund 200 Mrd. USD in den folgenden zwei Jahren — größtenteils getrieben von KI-Workloads. Auf Unternehmensebene zeigt sich das in den Prognosen: Alphabet hob seinen Capex-Ausblick für 2025 auf rund 85 Mrd. USD an, als die KI-Investitionen zunahmen.

Das ist ein mehrjähriger Wettlauf, bei dem Zugang zu Energie und Rechenleistung zur wettbewerbsentscheidenden Schutzmauer wird.

Unternehmensanleihen 2026: Warum Big Tech trotz großer Kassenbestände leiht

Von außen wirkt es merkwürdig: „Sie sitzen auf Milliarden — warum Anleihen ausgeben?“ Aus Sicht des CFOs ist es oft rational und konservativ.

1) Laufzeit von Vermögenswerten und Finanzierung angleichen

Rechenzentren sind langlebige Vermögenswerte. Ihre Finanzierung mit langfristigem Kapital (5–10–30 Jahre) kann sauberer sein, als die Bilanzliquidität aufzubrauchen. So verringert sich das Risiko, bei einer Wende des Zyklus knapp an Barmitteln zu geraten.

2) Finanzierung sichern, solange das Fenster offen ist

Wenn die Märkte akzeptable Preise bieten, „terminieren" Emittenten oft ihr Zinsrisiko: Lieber heute einen Coupon festsetzen, als in 12–18 Monaten auf bessere Bedingungen zu spekulieren.

3) Flexibilität erhalten: KI-Capex + Rückkäufe + M&A

Die KI-Ausgaben steigen, aber Aktionäre erwarten weiterhin disziplinierte Kapitalrückflüsse. Fremdfinanzierung kann helfen, Rückkäufe nicht radikal zu kürzen oder operative Pläne zu beschneiden.

4) Commitment und Skalierung signalisieren

Große Anleiheplatzierungen sind auch ein öffentliches Signal für ernsthafte Infrastrukturabsichten. Reuters hat große Tech-Emissionen hervorgehoben — Metas Anleiheplatzierung von rund $10.5B USD und Alphabets etwa $10B-Deal sind Beispiele dieses Musters.

Was sich 2026 ändert

  1. Wenn erstklassige Investment-Grade-Emittenten das Angebot erhöhen, treten typischerweise drei Effekte auf:
    Mehr IG-Angebot → höhere Sensitivität gegenüber Emissionskalendern.
  2. Kreditkennzahlen rücken stärker in den Fokus der Investoren — Verschuldung und FCF nach Capex werden genauso wichtig wie Umsatzwachstum.
  3. „KI-Capex → Credit Spreads" wird Mainstream. Kreditinvestoren bewerten praktisch, wie dauerhaft die KI-Nachfrage ist und wie diszipliniert die Ausgabenpläne bleiben.

Eine wichtige Nuance: Einige Investoren sehen 2026 als Phase, in der Hyperscaler eher Tempo als Effizienz kaufen könnten — das macht nüchterne Kennzahlen noch wertvoller.

Worauf Anleger achten sollten

Wenn Sie Big-Tech-Aktien halten — oder einfach gesunde Expansion von Überhitzung trennen wollen —, konzentrieren Sie sich auf die Zahlen, nicht auf die KI-Folien.

KI-Capex vs Free Cash Flow (FCF)

FCF nach Capex: Kurzfristige Einbußen sind tolerierbar; ein anhaltender „FCF-Abfluss" ist eine andere Geschichte.

Capex als % des Umsatzes: steigende Quoten signalisieren oft die Intensität der Ausbauphase.

Verschuldung und Coverage-Qualität

Nettofinanzschulden / EBITDA (oder relevante Äquivalente) und die Richtung der Entwicklung.

Interest Coverage: wie komfortabel das operative Ergebnis die Zinsaufwendungen deckt.

Fälligkeitsstruktur: auf Refinanzierungsklippen in „schlechten" Jahren achten.

Das Signal des Kreditmarkts kann Schlagzeilen schlagen

Regelmäßiger, reibungsloser Marktzugang zu engen Preisen ist ein Regime.

Das Zahlen einer spürbaren Prämie oder das Verlängern von Deal-Strukturen kann andeuten, dass Investoren mehr Kompensation für Risiko verlangen.

Risiko-Map 2026: Wo der Markt Schwachstellen sieht

  • Überbau-Risiko: Wenn alle gleichzeitig expandieren, könnten die Margen im nächsten Zyklus enttäuschen.
  • Stromengpässe: Elektrizität und Netzanbindung werden zum Nadelöhr — und zur Quelle von Verzögerungen und Kostenüberschreitungen.
  • Ausführungsrisiko: Rechenzentren sind Bauprojekte — Genehmigungen, Auftragnehmer, Vorlaufzeiten, Lieferketten.
  • Refinanzierungsrisiko: Verschlechtern sich Zinsen/Spreads, wird ein schuldenfinanziertes Tempo teurer.

Fazit

2026 ähnelt der KI-Wettlauf zunehmend einem Infrastruktur-Superzyklus: Capex steigt und Unternehmensanleihen werden zur zentralen Quelle langfristiger Finanzierung für Hyperscaler. Für Anleger ein klarer Grund, über Kurscharts hinauszublicken — hin zu FCF nach Capex, Verschuldungsdisziplin und dazu, wie die Kreditmärkte die KI-Erzählung über Spreads und Emissionsbedingungen bewerten.

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KI-Capex & Unternehmensanleihen 2026: Hyperscaler im Fokus | Hexn